Heilpraktiker/innen für Psychotherapie
Berufsordnung Ethik Heilpraktiker Psychotherapie

 

 

Ethik der HypnoseFür die Mitglieder des PSHP-Verbandes gelten neben der Standesordnung "Berufsordnung für Heilpraktiker/innen Psychotherapie" außerdem die Satzung und Ethik des PSHP-Verbandes (siehe auf dem PDF-Dokument "Aufnahmeantrag und Ethik" der Seite "Mitglied werden") . Die Mitglieder akzeptieren außerdem für das Format Coaching die Ethik des Deutschen Fachverbandes Coaching (siehe DFC-Verband.de) und für die Methoden Hypnose / Imaginationsarbeit / Hypnotherapie die Ethik der Hypnose der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Hypnose in Coaching und Counseling (siehe DAGH.de). Die Ethik des Verbandes finden Sie auf der Seite "Mitglied werden" auf dem PDF "Aufnahmeantrag und Ethik".
 
Berufsordnung für Heilpraktiker/innen
sowie Heilpraktiker/innen für Psychotherapie
(HPP bzw. PSHP)
 
(BO HP und BO HPP/PSHP)
Diese Berufordnung ist ursprunglich für Heilpraktiker/innen entworfen, die umfassend medizinsch tätig sind. In einzelnen Punkten muss sie modifiziert gelesen und angewandt werden, sofern sie auf "Heilpraktiker, eingegrenzt auf das Gebiet der Psychotherapie" (o. Ä.) oder "... eingegrenzt auf das Gebiet der Physiotherapie" (o. Ä.) angewandt wird. Die erforderlichen Einschränkungen waren u. a. Bestandteil der amtsärztlichen Prüfung. Daher wird vorausgesetzt, dass HP und PSHP/HPP diese kennen! In der Berufsordnung werden HP und HPP/PSHP vereinfachend "Heilpraktiker" genannt. Gemeint sind sowohl weibliche als auch männliche HP und PSHP/HPP.

So dürfen Heilpraktiker für Psychotherapie keine Medikamente verordnen oder
Deutscher Fachverband Coaching DFCverabreichen etc. und auch keine "körpermedizinischen" Therapien vornehmen.
Außerdem dürfen sie den Titel "Heilpraktiker" nie ohne den einschränkenden oder näher beschreibenden Zusatz "für Psychotherapie" führen. Sie dürfen auch niemals den Eindruck erwecken, sie wären psychotherapeutisch tätige Diplom-Psychologen oder Ärzte (oder diesen in der Ausbildung und Handlungsbefugnis gleichgestellt). Heilpraktiker für Psychotherapie dürfen sich nicht "Psychotherapeut/in" nennen und in den meisten Bundesländern auch nicht mit einer "Praxis für Psychotherapie" werben.
Auskünfte erteilen die jeweiligen Bundesländer und die zur Berufsausübung zulassenden Behörden.
 
Artikel 1 – Berufsgrundsätze
1. Heilpraktiker dienen der Gesundheit des einzelnen Menschen sowie der
gesamten Bevölkerung. Sie üben ihre berufliche Tätigkeit nach bestem
Wissen und Gewissen sowie nach den Erfahrungen der heiIkundlichen
Überlieferungen und dem jeweiligen Erkenntnisstand der Heilkunde aus.
Heilpraktiker haben den hohen ethischen Anforderungen ihres freien Heilberufs
gerecht zu werden und alles zu vermeiden, was dem Ansehen des
Berufsstandes schaden könnte.
2. Heilpraktiker üben einen freien Beruf aus und behandeln ihre Patienten eigenverantwortlich.
Sie müssen in ihrer namentlichen Eigenverantwortlichkeit
auf Schildern und Schriftstücken stets für den Patienten erkennbar
sein.
 
Artikel 2 – Berufspflichten
1. Heilpraktiker verpflichten sich, ihren Beruf gewissenhaft auszuüben. Bei ihren
Patienten wenden sie stets solche Heilmethoden an, die nach ihrer
Überzeugung möglichst einfach und kostengünstig zu einem Heilerfolg
oder zur Linderung der Krankheit führen können.
2. Heilpraktiker sind verpflichtet, sich über die für die Berufsausübung geltenden
Vorschriften zu unterrichten und sie zu beachten (HPG, HWG, UWG,
IFSG sowie die relevanten länderrechtlichen Vorschriften). Soweit ihnen
gesetzlich die Untersuchung oder Behandlung einzelner Leiden und
Krankheiten sowie andere Tätigkeiten untersagt sind, sind diese Beschränkungen
unbedingt zu beachten.
3. Heilpraktiker sind in der Ausübung ihres Berufes frei. Sie können eine Behandlung
ablehnen. Die Verpflichtung, in Notfällen zu helfen, bleibt davon
unberührt (BGB).
4. Heilpraktiker dürfen laut HWG für Fernbehandlungen nicht werben. Bei einer
Durchführung könnte sich ein Verstoß gegen die medizinische Sorgfaltspflicht
ergeben.
Eine Fernbehandlung liegt u. a. dann vor, wenn Heilpraktiker den Kranken
nie gesehen noch untersucht haben.
Es entspricht ebenso nicht der medizinischen Sorgfaltspflicht, Diagnosen
zu stellen und Arzneimittel oder Heilverfahren zu empfehlen, wenn ausschließlich
die Ergebnisse von eingesandtem Untersuchungsmaterial wie
Blut, Urin oder andere Unterlagen zur Verfügung stehen.
5. In allen die Öffentlichkeit berührenden Standesfragen gelten die ethischen
Grundsätze der Wahrung von Achtung, Sorgfalt, Takt und Zurückhaltung.
 
Artikel 3 – Schweigepflicht nach BGB
1. Heilpraktiker sind verpflichtet, über alles Schweigen zu bewahren, was ihnen
bei der Ausübung ihres Berufes anvertraut oder zugänglich gemacht
wird. Im Gegensatz zur ärztlichen Schweigepflicht haben Heilpraktiker kein
Zeugnisverweigerungsrecht.
2. Heilpraktiker haben ihre Helfer, Praktikanten und Assistenten über die
Pflicht zur Verschwiegenheit zu belehren und dies in schriftlicher Form
festzuhalten.
3. Heilpraktiker haben die Verpflichtung zur Verschwiegenheit auch gegenüber
ihren Familienangehörigen zu beachten.
4. Heilpraktiker dürfen vertrauliche Patientendaten nur dann weitergeben,
wenn die Patienten sie von der Schweigepflicht entbunden haben. Dies gilt
auch gegenüber den Angehörigen eines Patienten, wenn nicht die Art der
Erkrankung oder die Behandlung eine Mitteilung notwendig macht.
5. Auskünfte über den Gesundheitszustand eines Arbeitnehmers an seinen
Arbeitgeber dürfen nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers erfolgen.
6. Notwendige Auskünfte an Krankenversicherungen müssen nach bestem
Wissen und Gewissen gegeben werden. Hierfür sollte eine impliziete oder
expliziete Entbindung von der Schweigepflicht erfolgt sein (z. B. als Bestandteil des
Behandlungsvertrages).
   
Artikel 4 – Aufklärungs-, Dokumentations- und Sorgfaltspflicht
1. Heilpraktiker stellen ihr ganzes Wissen und Können in den Dienst ihres Berufes
und wenden jede mögliche Sorgfalt bei der Betreuung ihrer Patienten
an.
2. Patienten sind über die Art ihrer Erkrankung sowie über die voraussichtliche
Dauer der Behandlung nach bestem Wissen aufzuklären. Dabei entscheiden
die behandelnden Heilpraktiker unter Berücksichtigung des körperlichen
und seelischen Zustandes der Patienten nach ihrer Erfahrung,
inwieweit die Patienten über ihren derzeitigen Zustand aufzuklären sind.
3. Patienten müssen bei einer vorgesehenen Behandlung auf mögliche Risiken
aufmerksam gemacht werden.
4. Es wird dringend empfohlen, schon aus Rechtssituationsgründen alle Daten
einer Behandlung zu dokumentieren. Dies gilt insbesondere unter den
Prämissen einer möglichen Beweislastumkehr im Einzelfall. Danach könnte
in Rechtsfällen dem Therapeuten eine mangelhafte Dokumentation seiner
Behandlung bei umstrittenen Fakten stets zum Nachteil ausgelegt
werden (Arzthaftungsrecht - §§ 833 ff. BGB; § 847 BGB).
5. Im Rahmen der wirtschaftlichen Aufklärungspflicht sind die Patienten nach
bestem Wissen und Gewissen über die voraussichtlich entstehenden ungefähren
Behandlungskosten zu unterrichten (siehe auch Artikel 2, Abs. 1).
6. Heilpraktiker haben sich stets ihrer erworbenen Fähigkeiten sowie den
Grenzen ihres Wissens und Könnens bewusst zu sein. In diesem Zusammenhang
wird auf das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 29.01.1991
verwiesen (BGH VI ZR 206/90). Das diagnostische und therapeutische
Handeln hat sich an diesen Grenzen zu orientieren.
 
Aus dem Urteil des BGH:
Sinngemäße Aussagen:
Heilpraktiker müssen die Voraussetzungen fachgemäßer Behandlungen
kennen und beachten. Solange kein ausreichendes medizinisches Fachwissen
und Können erworben wurde, dürfen keine Methoden angewendet
werden, deren Indikationsstellungen oder Risiken sonst eine medizinischwissenschaftliche
Ausbildung erfordern.
Danach sind Heilpraktiker verpflichtet, sich eine ausreichende Sachkunde
über die von ihnen angewendeten Behandlungsweisen, einschließlich ihrer
Risiken, vor allem die richtigen Techniken für deren gefahrlose Anwendung
anzueignen.
 
Wörtliches Zitat
„Darüber hinaus ist er selbstverständlich auch verpflichtet, sich über die
Fortschritte der Heilkunde und auch anderweitig gewonnene Erkenntnisse
von Nutzen und Risiken der von ihm angewendeten Heilverfahren zu informieren“
(Grundsatzurteil Bundesgerichtshof v. 29.01.1991).
7. In Fällen, in denen eine Spezialuntersuchung, eine Operation oder eine
sonstige therapeutische Maßnahme erforderlich ist, die vom Heilpraktiker
nicht selbst vorgenommen werden kann, sollte rechtzeitig mit allem Nachdruck
auf die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme hingewiesen werden.
8. Führt auch ein neuer und eindringlicher Hinweis an den Patienten und
dessen Angehörige nicht zum Ziel, so kann die Ablehnung der Behandlung
bzw. Weiterbehandlung geboten sein. Dieser Vorgang sollte im Rahmen
der Dokumentationspflicht schriftlich festgehalten werden.
9. Heilungsversprechen sind gesetzlich untersagt (HWG / UWG).
10.Die Ausstellung von Attesten ohne vorgenommene Untersuchung ist nicht
zulässig (StGB - Strafrecht).
11.In Bescheinigungen und Befundberichten haben Heilpraktiker ihrer fachlichen
Überzeugung gewissenhaft Ausdruck zu verleihen.
12.Im Rahmen einer möglichen gutachterlichen Tätigkeit für Gerichte, private
Krankenversicherungen, Beihilfestellen oder andere Institutionen haben
sich Heilpraktiker in ihren gutachterlichen Aussagen ausschließlich auf die
sachliche Beurteilung der jeweiligen Behandlung zu beschränken.
 
Artikel 5 – Weiterbildungspflicht
1. Heilpraktiker sind zur ständigen Weiterbildung in den von ihnen ausgeübten
Disziplinen verpflichtet (BOH Art. 4 Abs. 6 - BGH VI ZR 206/90. Danach
beruht die Weiterbildungspflicht auf einer höchstrichterlichen Rechtsprechung
und verpflichtet Heilpraktiker, „sich über die Fortschritte der
Heilkunde und auch über anderweitig gewonnene Erkenntnisse von Nutzen
und Risiken der von ihnen angewendeten Heilverfahren fortlaufend zu
unterrichten“).
2. Die Berufsorganisationen und ihre Beauftragten bieten nach ihren Satzungen
fachlich qualifizierte Weiterbildungen an. Sie geben dazu Nachweise
aus.
 
Artikel 6 – Praxisort
1. Heilpraktiker üben in der Regel ihre Tätigkeit am Ort ihrer Niederlassung
aus. Hausbesuche sind jederzeit möglich. Es ist nicht zulässig, Patienten
in Sammelbestellungen oder einzeln an einen anderen Ort als den der
Niederlassung zur Behandlung zu bestellen (HPG).
2. Der Betrieb einer Zweigpraxis ist möglich.
3. Eine Änderung des Niederlassungsortes sollte unverzüglich unter Angabe
der neuen Anschrift den zuständigen Behörden sowie dem zuständigen
Berufsverband mitgeteilt werden.
 
Artikel 7 – Praxisräume
1. Die Praxisräume müssen stets den gesetzlichen und hygienischen Anforderungen
entsprechen (Infektionsschutzgesetz).
2. Die Praxisräume sollten dabei so gestaltet sein, dass die Vertraulichkeit
der Gespräche und Behandlungen gewährleistet ist.
 
Artikel 8 – Werbung
1. Heilpraktiker unterliegen keinem generellen oder gesetzlich normierten
Werbeverbot. Sie sollten sich jedoch gemäß ihrem Berufsbild Selbstbeschränkungen
auferlegen. Alle Veröffentlichungen sollten sich daher immer
auf sachliche und berufsbezogene Informationen beschränken.
Es ist Heilpraktiker/innen ausdrücklich erlaubt, durch Information für sich zu "werben"
und auf die eigene Tätigkeit hinzuweisen (Vorträge, seriöse Einträge im Telefonbuch,
seriöse Anzeigen in der Zeitung, im VHS-Programmheft u. Ä.). Jedoch ist eine
"marktschreierische" Form von Werbung oder der positive oder negative Vergleich
mit anderen Heilpraktikern oder Therapeuten nicht zulässig.
2. Jede anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung verstößt gegen
die Bestimmungen des „Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb -
UWG -“ und des Gesetzes über die „Werbung auf dem Gebiete des HeiIwesens
- HWG -“ und ist darüber hinaus auch standesunwürdig.
3. Insgesamt sind immer das HWG und das UWG sowie die laufende einschlägige
Rechtsprechung zu beobachten und zu berücksichtigen. In Zweifelsfällen
stehen alle Berufsverbände für Auskünfte zur Verfügung.
4. Insbesondere sollte eine Mitwirkung von Heilpraktikern an aufklärenden
Veröffentlichungen medizinischen Inhaltes in Medien oder Vorträgen stets
so erfolgen, dass sich diese Mitwirkung auf die Vermittlung sachlicher Informationen
erstreckt (UWG / HWG).
5. Bei jeder unzulässigen Werbung, die ohne Kenntnis oder Mitwirkung der
Heilpraktiker erfolgt ist, besteht die Verpflichtung, auf eine Richtigstellung
oder Unterlassung hinzuwirken.
 
Folgende Werbeaktionen sollten aus ethischen und berufsständischen
Gründen möglichst nicht erfolgen, da sie "marktschreierisch" wahrgenommen werden könnten:
Verbreiten von Werbematerial wie Flyern in Postwurfsendungen und Mailingaktionen o.ä.
Plakatierungen, z. B. in Supermärkten
Trikotwerbung, Bandenwerbung
Werbung auf Kraftfahrzeugen (außer: kurze Info, www, Tel.)
 
Folgende Informationsmöglichkeiten sind u.
a. nicht zu beanstanden:
Flyer, Patientenbroschüren oder andere Hinweise und Informationen über
den eigenen Tätigkeitsbereich zur Auslage im Wartezimmer.
Tage der offenen Tür zu veranstalten (auf die nicht eindeutige rechtliche
Auslegung des HWG muss ausdrücklich verwiesen werden).
Hinweise auf Ortstafeln, in kostenlos verteilten Stadtplänen, Info-
Broschüren und in Bürgerinformationsstellen.
 
Artikel 9 – Praxisschilder
1. Die Art und Größe von Praxisschildern ist nicht gesetzlich geregelt. Sie
sollten jedoch in Größe und Gestaltung unaufdringlich sein und den Hinweisen
in Artikel 8 entsprechen. Die Angabe des Namens sowie der Berufsbezeichnung
Heilpraktiker/in ist zwingend (HPG/UWG). Für zusätzliche
Angaben sind außerdem die einschränkenden gesetzlichen Bestimmungen,
insbesondere des HWG und des UWG zu beachten. Zusätzliche Angaben
sollten sich auf Sprechzeiten, Telefonnummer und Methoden, für
welche die entsprechenden Qualifikationen vorhanden sind, beschränken.
2. Bei der Gestaltung des Praxisschildes ist darauf zu achten, dass keine irreführenden
Bezeichnungen, wie beispielsweise „Zentrum“, „Institut“ oder
„Tagesklinik“ verwendet werden, wenn die Praxis in Ausstattung, Methodenangebot
und Personalstärke einer solchen Einrichtung nicht entspricht.
 
Artikel 10 – Drucksachen und Stempel
Für Drucksachen und Stempel gelten sinngemäß die Angaben in Artikel 8
und 9.
 
Artikel 11 – Eintragung in Verzeichnisse und Sonderverzeichnisse
Für die Eintragung in Verzeichnisse gelten sinngemäß Artikel 8 und 9.
 
Artikel 12 – Inserate
1. Für den Anlass und die Größe von Insertionen bestehen keine gesetzlichen
Vorschriften.
2. Jede anpreisende und reißerische Werbung ist als standesunwürdig anzusehen.
3. Insbesondere sind hier die Bestimmungen des HWG sowie des UWG zu
beachten.
4. Auf die Artikel 8 und 9 wird sinngemäß verwiesen.
 
Artikel 13 – Besondere Bezeichnungen
1. Heilpraktiker benutzen keine anderen Zusatzbezeichnungen, die sie gegenüber
ihren Standeskollegen wettbewerbswidrig hervorheben. Neben der
Berufsbezeichnung „Heilpraktiker/in“ dürfen keine Bezeichnungen wie beispielsweise
„Akupunkteur“, „Chiropraktiker“, „Homöopath“, „Psychologe“,
„Psychotherapeut“, „Osteopath“ u.a. geführt werden, da durch diese Koppelung
der Eindruck einer ebenfalls gesetzlich und/oder behördlich genehmigten
Berufsausübung bzw. Berufsbezeichnung wie der des Heilpraktikers
entsteht (UWG / HWG).
2. Im beruflichen Umfeld dürfen akademische Grade und Titel nur in Verbindung
mit der Fakultätsbezeichnung verwendet werden.
3. Die Führung von ausländischen akademischen Graden, Titeln und anderen
Bezeichnungen unterliegt den jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften.
Sie sind so zu führen, dass ihre ausländische Herkunft erkennbar
ist.
 
Artikel 14 – Krankenbesuche
1. Bei Krankenbesuchen muss jeder Patient in seiner Wohnung oder dem
vorübergehenden Aufenthaltsort behandelt werden (HPG).
2. Patienten in Kliniken, Kurheimen usw. können nur mit vorherigem Einverständnis
des leitenden Arztes oder Heilpraktikers beraten, untersucht und
behandelt werden (BGB Hausrecht - Sorgfaltspflicht).
 
Artikel 15 – Heilpraktiker und Arzneimittel
1. Die Herstellung sowie der Verkauf von Arzneimitteln oder sonstiger Präparate
unterliegt den gesetzlichen Bestimmungen (AMG).
 
Artikel 16 – Verordnung von Arzneimitteln, Provisionen, Rabatte
1. Eine Verbandszugehörigkeit sollte auf Rezepten, Rechnungen u.a. möglichst durch
Abdruck des Mitgliedsstempels oder Logos kenntlich gemacht werden.
2. Heilpraktiker lassen sich für die Verordnung oder Empfehlung von Arzneimitteln,
medizinischen Geräten usw. keine Vergütung oder sonstige Vergünstigungen
gewähren (AMG).
3. Patienten dürfen nicht ohne hinreichenden Grund an bestimmte Apotheken
verwiesen werden (Apothekengesetz).
Achtung: Heilpraktiker/innen für Psychotherapie dürfen keine Pharmakotherapie (Behandlung mit Medikamenten u. Ä.) betreiben.
 
Artikel 17 – Haftpflicht
1. Heilpraktiker verpflichten sich zum Abschluss einer ausreichenden Berufshaftpflichtversicherung.
Der Abschluss einer zusätzlichen Strafrechtsschutzversicherung
wird empfohlen.
2. Im eigenen Interesse sollten Heilpraktiker beim Eintritt von Personenschäden
und vor der Einleitung von Strafverfahren und Schadenersatzansprüchen
unverzüglich ihrem Berufsverband und ihrer Berufshaftpflichtversicherung
(Verpflichtung!) Mitteilung machen. Alle erforderlichen Angaben
sind dabei lückenlos und in aller Offenheit darzulegen.
 
Artikel 18 – Meldepflicht
1. Heilpraktiker haben ihre Praxisaufnahme nach den jeweils geltenden gesetzlichen
Vorschriften anzuzeigen, wie: Gesundheits- bzw. Ordnungsamt,
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Finanzamt.
 
Artikel 19 – Beschäftigung von Hilfskräften
1. Werden in der Praxis Angestellte, wie z. B. Assistenten, Sprechstundenhilfen
oder Reinigungspersonal beschäftigt, so sind die für Beschäftigungsverhältnisse
geltenden Vorschriften zu beachten (Berufsgenossenschaft –
Finanzamt – Krankenversicherung).
 
Artikel 20 – Berufsinsignien
1. Heilpraktiker erhalten von ihrer Standesorganisation einen Berufsausweis
sowie einen Mitgliedsstempel oder eine Urkunde über die Mitgliedschaft und ein Logo.
Beide bleiben Eigentum des ausgebenden
Verbandes und müssen bei Beendigung der Mitgliedschaft zurückgegeben
werden (bzw. dürfen dann nicht mehr genutzt werden).
Unberechtigter Besitz und Gebrauch werden gerichtlich verfolgt.
Die Berufsinsignien (Mitgliedsnachweis und Logo) werden nur an Heilpraktiker ausgegeben.
2. Der Berufsausweis dient dazu, sich bei Behörden und in entsprechenden
Situationen als Heilpraktiker/in ausweisen zu können.
3. Ausweis und Stempel müssen die Mitgliedsnummer und den Namen des
Verbandes (Berufsorganisation) enthalten. Weitere Vorschriften über die
Vergabe usw. sind den jeweiligen Verbandsstatuten zu entnehmen.
 
Artikel 21 – Berufsaufsicht
1. Heilpraktiker unterstellen sich im Interesse des Berufsstandes der Berufsaufsicht
ihres Berufsverbandes.
2. Es liegt im eigenen Interesse der Heilpraktiker
von ihrem Berufsverband erbetene Auskünfte über ihre Praxistätigkeit
wahrheitsgemäß zu erteilen.
den gewählten Vertretern ihrer Berufsorganisation bzw. deren autorisierten
Beauftragten zu ermöglichen, sich ggf. über eine geordnete Berufstätigkeit
an Ort und Stelle zu informieren.
notwendigen Anordnungen ihres Verbandes nachzukommen, wobei gegen
Anordnungen, die nach Ansicht des Mitgliedes nicht gerechtfertigt
sind, entsprechend der Satzung des zuständigen Verbandes Einspruch
erhoben werden kann.
bei Ausübung spezieller Behandlungsmethoden wie Akupunktur, Chiropraktik,
Neuraltherapie, Injektions- und Infusionstechniken, Osteopathie
o.ä., die besondere Kenntnisse und Fähigkeiten erfordern, im Bedarfsfall
die entsprechende Befähigung nachzuweisen.
 
Artikel 22 – Standesdisziplin
1. Heilpraktiker verpflichten sich grundsätzlich zur Standesdisziplin. Kollegen
begegnen sich stets mit Achtung und Kollegialität.
2. Herabsetzende Äußerungen über die Person, die Behandlungsweise oder
das berufliche Können von Angehörigen der Heilberufe sind zu unterlassen.
 
Artikel 23 – Hinzuziehung eines zweiten Heilpraktikers
1. Falls vom Patienten oder dessen Angehörigen gewünscht oder wenn behandelnde
Heilpraktiker unter Zustimmung des Kranken oder der Angehörigen
dies für erforderlich halten, können weitere Heilpraktiker zur gemeinsamen
Beratung und Behandlung zugezogen werden.
2. Von hinzugezogenen Heilpraktikern darf lediglich die Untersuchung durchgeführt
werden. Weitere Behandlungen von hinzugezogenen Kollegen sollten
nur erfolgen, wenn der Patient selbst, seine Angehörigen oder der bisher
behandelnde Heilpraktiker im Einvernehmen mit dem Patienten diese
Tätigkeit weiterhin wünscht.
 
Artikel 24 – Vertrauliche Beratung
1. Der Meinungsaustausch und die Beratung von mehreren zugezogenen
Heilpraktikern müssen vertraulich bleiben und dürfen nicht in Gegenwart
des Patienten stattfinden. Die Angehörigen sollten bei der Beratung nicht
zugegen sein.
2. Das Ergebnis der gemeinsamen Beratung soll dem Patienten in der Regel
vom behandelnden Heilpraktiker mitgeteilt werden.
 
Artikel 25 – Zuweisung gegen Entgelt
Die Zuweisung von Patienten gegen Entgelt ist standeswidrig (Arztrecht -
Vertragsrecht).
 
Artikel 26 – Vertretung
Heilpraktiker sollten bei vorübergehender oder andauernder Verhinderung dafür
sorgen, dass die notwendige Weiterbehandlung von Patienten in dringenden
Krankheitsfällen sichergestellt ist.
 
Artikel 27 – Verstöße gegen die Berufsordnung
1. Verstöße gegen die Berufsordnung können im Wege eines satzungsgemäßen
Verfahrens geahndet werden. Vorher sollte jedoch immer der Versuch
einer kollegialen Bereinigung durch die zuständigen Berufsvertreter
unternommen werden.
2. In einem solchen Verfahren kann auch darüber entschieden werden, ob
ein Heilpraktiker im Interesse des Standes aus dem Verband auszuschließen
ist.
3. Die Bestimmungen des Heilpraktikergesetzes vom 17.2.1939 sowie der
Durchführungsverordnungen und anderer gesetzlicher Regularien werden
durch die BOH nicht berührt.
 
Artikel 28 – Inkrafttreten der BOH
Diese Berufsordnung wurde satzungsgemäß beschlossen.
Sie tritt am 16. Januar 2008 in Kraft.
 
 
 
 
 
 
Auszug aus dem
Gesetz über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens
(HWG)
 
Gesetz über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens
in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Oktober 1994
(BGBl. I S. 3068)
zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 26. April 2006
(BGBl. I S. 984)
§ 1
(1) Dieses Gesetz findet Anwendung auf die Werbung für
1. Arzneimittel im Sinne des § 2 des Arzneimittelgesetzes,
1a. Medizinprodukte im Sinne des § 3 des Medizinproduktegesetzes,
2. andere Mittel, Verfahren, Behandlungen und Gegenstände, soweit sich die Werbeaussage
auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden,
Körperschäden oder krankhaften Beschwerden bei Mensch oder Tier bezieht, sowie
operative plastisch-chirurgische Eingriffe, soweit sich die Werbeaussage auf die Veränderung
des menschlichen Körpers ohne medizinische Notwendigkeit bezieht.
§ 2
Fachkreise im Sinne dieses Gesetzes sind Angehörige der Heilberufe oder des Heilgewerbes,
Einrichtungen, die der Gesundheit von Mensch oder Tier dienen, oder sonstige Personen,
soweit sie mit Arzneimitteln, Medizinprodukten, Verfahren, Behandlungen, Gegenständen
oder anderen Mitteln erlaubterweise Handel treiben oder sie in Ausübung ihres Berufes
anwenden.
§ 3
Unzulässig ist eine irreführende Werbung. Eine Irreführung liegt insbesondere dann vor,
1. wenn Arzneimitteln, Medizinprodukten, Verfahren, Behandlungen, Gegenständen oder
anderen Mitteln eine therapeutische Wirksamkeit oder Wirkungen beigelegt werden, die
sie nicht haben,
2. wenn fälschlich der Eindruck erweckt wird, dass
a) ein Erfolg mit Sicherheit erwartet werden kann,
b) bei bestimmungsgemäßem oder längerem Gebrauch keine schädlichen Wirkungen
eintreten,
c) die Werbung nicht zu Zwecken des Wettbewerbs veranstaltet wird,
3. wenn unwahre oder zur Täuschung geeignete Angaben
a) über die Zusammensetzung oder Beschaffenheit von Arzneimitteln, Medizinprodukten,
Gegenständen oder anderen Mitteln oder über die Art und Weise der Verfahren
oder Behandlungen oder
b) über die Person, Vorbildung, Befähigung oder Erfolge des Herstellers, Erfinders oder
der für sie tätigen oder tätig gewesenen Personen
gemacht werden.
§ 6
Unzulässig ist eine Werbung, wenn
1. Gutachten oder Zeugnisse veröffentlicht oder erwähnt werden, die nicht von wissenschaftlich
oder fachlich hierzu berufenen Personen erstattet worden sind und nicht die
Angabe des Namens, Berufes und Wohnortes der Person, die das Gutachten erstellt
oder das Zeugnis ausgestellt hat, sowie den Zeitpunkt der Ausstellung des Gutachtens
oder Zeugnisses enthalten,
2. auf wissenschaftliche, fachliche oder sonstige Veröffentlichungen Bezug genommen
wird, ohne dass aus der Werbung hervorgeht, ob die Veröffentlichung das Arzneimittel,
das Verfahren, die Behandlung, den Gegenstand oder ein anderes Mittel selbst betrifft,
für die geworben wird, und ohne dass der Name des Verfassers, der Zeitpunkt der Veröffentlichung
und die Fundstelle genannt werden,
3. aus der Fachliteratur entnommene Zitate, Tabellen oder sonstige Darstellungen nicht
wortgetreu übernommen werden.
§ 9
Unzulässig ist eine Werbung für die Erkennung oder Behandlung von Krankheiten, Leiden,
Körperschäden oder krankhaften Beschwerden, die nicht auf eigener Wahrnehmung an dem
zu behandelnden Menschen oder Tier beruht (Fernbehandlung).
§ 11
(1) Außerhalb der Fachkreise darf für Arzneimittel, Verfahren, Behandlungen, Gegenstände
oder andere Mittel nicht geworben werden
1. mit Gutachten, Zeugnissen, wissenschaftlichen oder fachlichen Veröffentlichungen
sowie mit Hinweisen darauf,
2. mit Angaben, dass das Arzneimittel, das Verfahren, die Behandlung, der Gegenstand
oder das andere Mittel ärztlich, zahnärztlich, tierärztlich oder anderweitig fachlich
empfohlen oder geprüft ist oder angewendet wird,
3. mit der Wiedergabe von Krankengeschichten sowie mit Hinweisen darauf,
4. mit der bildlichen Darstellung von Personen in der Berufskleidung oder bei der Ausübung
der Tätigkeit von Angehörigen der Heilberufe, des Heilgewerbes oder des Arzneimittelhandels,
5. mit der bildlichen Darstellung
a) von Veränderungen des menschlichen Körpers oder seiner Teile durch Krankheiten,
Leiden oder Körperschäden,
b) der Wirkung eines Arzneimittels, eines Verfahrens, einer Behandlung, eines Gegenstandes
oder eines anderen Mittels durch vergleichende Darstellung des Körperzustandes
oder des Aussehens vor und nach der Anwendung,
c) des Wirkungsvorganges eines Arzneimittels, eines Verfahrens, einer Behandlung,
eines Gegenstandes oder eines anderen Mittels am menschlichen Körper oder an
seinen Teilen,
6. mit fremd- oder fachsprachlichen Bezeichnungen, soweit sie nicht in den allgemeinen
deutschen Sprachgebrauch eingegangen sind,
7. mit einer Werbeaussage, die geeignet ist, Angstgefühle hervorzurufen oder auszunutzen,
8. durch Werbevorträge, mit denen ein Feilbieten oder eine Entgegennahme von Anschriften
verbunden ist,
9. mit Veröffentlichungen, deren Werbezweck missverständlich oder nicht deutlich erkennbar
ist,
10. mit Veröffentlichungen, die dazu anleiten, bestimmte Krankheiten, Leiden, Körperschäden
oder krankhafte Beschwerden beim Menschen selbst zu erkennen und mit
den in der Werbung bezeichneten Arzneimitteln, Gegenständen, Verfahren, Behandlungen
oder anderen Mitteln zu behandeln, sowie mit entsprechenden Anleitungen in
audiovisuellen Medien,
11. mit Äußerungen Dritter, insbesondere mit Dank-, Anerkennungs- oder Empfehlungsschreiben,
oder mit Hinweisen auf solche Äußerungen,
12. mit Werbemaßnahmen, die sich ausschließlich oder überwiegend an Kinder unter 14
Jahren richten,
13. mit Preisausschreiben, Verlosungen oder anderen Verfahren, deren Ergebnis vom
Zufall abhängig ist,
14. durch die Abgabe von Mustern oder Proben von Arzneimitteln oder durch Gutscheine
dafür,
15. durch die nicht verlangte Abgabe von Mustern oder Proben von anderen Mitteln oder
Gegenständen oder durch Gutscheine dafür.
Für Medizinprodukte gilt Satz 1 Nr. 6 bis 9, 11 und 12 entsprechend.
(2) Außerhalb der Fachkreise darf für Arzneimittel zur Anwendung bei Menschen nicht mit
Angaben geworben werden, die nahe legen, dass die Wirkung des Arzneimittels einem
anderen Arzneimittel oder einer anderen Behandlung entspricht oder überlegen ist.
§ 12
(1) Außerhalb der Fachkreise darf sich die Werbung für Arzneimittel und Medizinprodukte
nicht auf die Erkennung, Verhütung, Beseitigung oder Linderung der in Abschnitt A der
Anlage zu diesem Gesetz aufgeführten Krankheiten oder Leiden bei Menschen beziehen,
die Werbung für Arzneimittel außerdem nicht auf die Erkennung, Verhütung, Beseitigung
oder Linderung der in Abschnitt B dieser Anlage aufgeführten Krankheiten oder Leiden
beim Tier. Abschnitt A Nr. 2 der Anlage findet keine Anwendung auf die Werbung für Medizinprodukte.
(2) Die Werbung für andere Mittel, Verfahren, Behandlungen oder Gegenstände außerhalb
der Fachkreise darf sich nicht auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung dieser
Krankheiten oder Leiden beziehen. Dies gilt nicht für die Werbung für Verfahren oder Behandlungen
in Heilbädern, Kurorten und Kuranstalten.
§ 14
Wer dem Verbot der irreführenden Werbung (§ 3) zuwiderhandelt, wird mit Freiheitsstrafe bis
zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
§ 15
(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1. entgegen § 3a eine Werbung für ein Arzneimittel betreibt, das der Pflicht zur Zulassung
unterliegt und das nicht nach den arzneimittelrechtlichen Vorschriften zugelassen
ist oder als zugelassen gilt,
2. eine Werbung betreibt, die die nach § 4 vorgeschriebenen Angaben nicht enthält oder
entgegen § 5 mit der Angabe von Anwendungsgebieten wirbt,
3. in einer nach § 6 unzulässigen Weise mit Gutachten, Zeugnissen oder Bezugnahmen
auf Veröffentlichungen wirbt,
4. entgegen § 7 Abs. 1 und 3 eine mit Zuwendungen oder sonstigen Werbegaben verbundene
Werbung betreibt,
4a. entgegen § 7 Abs. 1 als Angehöriger der Fachkreise eine Zuwendung oder sonstige
Werbegabe annimmt,
5. entgegen § 8 eine dort genannte Werbung betreibt,
6. entgegen § 9 für eine Fernbehandlung wirbt,
7. entgegen § 10 für die dort bezeichneten Arzneimittel wirbt,
8. auf eine durch § 11 verbotene Weise außerhalb der Fachkreise wirbt,
9. entgegen § 12 eine Werbung betreibt, die sich auf die in der Anlage zu § 12 aufgeführten
Krankheiten oder Leiden bezieht,
10. eine nach § 13 unzulässige Werbung betreibt.
(2) Ordnungswidrig handelt ferner, wer fahrlässig dem Verbot der irreführenden Werbung (§
3) zuwiderhandelt.
(3) Die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 kann mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend
Euro, die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 2 mit einer Geldbuße bis zu zwanzigtausend
Euro geahndet werden.
Anlage zu § 12 HWG
Krankheiten und Leiden, auf die sich die Werbung gemäß § 12 nicht beziehen darf
Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2005, 2599
A. Krankheiten und Leiden beim Menschen
1. Nach dem Infektionsschutzgesetz vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045) meldepflichtige
Krankheiten oder durch meldepflichtige Krankheitserreger verursachte Infektionen,
2. bösartige Neubildungen,
3. Suchtkrankheiten, ausgenommen Nikotinabhängigkeit,
4. krankhafte Komplikationen der Schwangerschaft, der Entbindung und des Wochenbetts.
 
 
 
Auszug aus dem
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
(UWG)
 
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb vom 3. Juli 2004 (BGBl. I S. 1414),
zuletzt geändert durch Artikel 5 des Gesetzes vom 21. Dezember 2006 (BGBl. I S. 3367)
§ 1 Zweck des Gesetzes
Dieses Gesetz dient dem Schutz der Mitbewerber, der Verbraucherinnen und der Verbraucher
sowie der sonstigen Marktteilnehmer vor unlauterem Wettbewerb. Es schützt zugleich
das Interesse der Allgemeinheit an einem unverfälschten Wettbewerb.
§ 2 Definitionen
(1) Im Sinne dieses Gesetzes bedeutet
1. „Wettbewerbshandlung“ jede Handlung einer Person mit dem Ziel, zugunsten des eigenen
oder eines fremden Unternehmens den Absatz oder den Bezug von Waren
oder die Erbringung oder den Bezug von Dienstleistungen, einschließlich unbeweglicher
Sachen, Rechte und Verpflichtungen zu fördern;
2. „Marktteilnehmer“ neben Mitbewerbern und Verbrauchern alle Personen, die als Anbieter
oder Nachfrager von Waren oder Dienstleistungen tätig sind;
3. „Mitbewerber“ jeder Unternehmer, der mit einem oder mehreren Unternehmern als
Anbieter oder Nachfrager von Waren oder Dienstleistungen in einem konkreten Wettbewerbsverhältnis
steht;
4. „Nachricht“ jede Information, die zwischen einer endlichen Zahl von Beteiligten über
einen öffentlich zugänglichen elektronischen Kommunikationsdienst ausgetauscht
oder eitergeleitet wird; dies schließt nicht Informationen ein, die als Teil eines Rundfunkdienstes
über ein elektronisches Kommunikationsnetz an die Öffentlichkeit weitergeleitet
werden, soweit die Informationen nicht mit dem identifizierbaren Teilnehmer
oder Nutzer, der sie erhält, in Verbindung gebracht werden können.
(2) Für den Verbraucherbegriff und den Unternehmerbegriff gelten die §§ 13 und 14 des
Bürgerlichen Gesetzbuchs entsprechend.
§ 3 Verbot unlauteren Wettbewerbs
Unlautere Wettbewerbshandlungen, die geeignet sind, den Wettbewerb zum Nachteil der
Mitbewerber, der Verbraucher oder der sonstigen Marktteilnehmer nicht nur unerheblich zu
beeinträchtigen, sind unzulässig.
§ 4 Beispiele unlauteren Wettbewerbs
Unlauter im Sinne von § 3 handelt insbesondere, wer
1. Wettbewerbshandlungen vornimmt, die geeignet sind, die Entscheidungsfreiheit der Verbraucher
oder sonstiger Marktteilnehmer durch Ausübung von Druck, in menschenverachtender
Weise oder durch sonstigen unangemessenen unsachlichen Einfluss zu beeinträchtigen;
2. Wettbewerbshandlungen vornimmt, die geeignet sind, die geschäftliche Unerfahrenheit
insbesondere von Kindern oder Jugendlichen, die Leichtgläubigkeit, die Angst oder die
Zwangslage von Verbrauchern auszunutzen;
3. den Werbecharakter von Wettbewerbshandlungen verschleiert;
4. bei Verkaufsförderungsmaßnahmen wie Preisnachlässen, Zugaben oder Geschenken
die Bedingungen für ihre Inanspruchnahme nicht klar und eindeutig angibt;
5. bei Preisausschreiben oder Gewinnspielen mit Werbecharakter die Teilnahmebedingungen
nicht klar und eindeutig angibt;
6. die Teilnahme von Verbrauchern an einem Preisausschreiben oder Gewinnspiel von dem
Erwerb einer Ware oder der Inanspruchnahme einer Dienstleistung abhängig macht, es
sei denn, das Preisausschreiben oder Gewinnspiel ist naturgemäß mit der Ware oder der
Dienstleistung verbunden;
7. die Kennzeichen, Waren, Dienstleistungen, Tätigkeiten oder persönlichen oder geschäftlichen
Verhältnisse eines Mitbewerbers herabsetzt oder verunglimpft;
8. über die Waren, Dienstleistungen oder das Unternehmen eines Mitbewerbers oder über
den Unternehmer oder ein Mitglied der Unternehmensleitung Tatsachen behauptet oder
verbreitet, die geeignet sind, den Betrieb des Unternehmens oder den Kredit des Unternehmers
zu schädigen, sofern die Tatsachen nicht erweislich wahr sind; handelt es sich
um vertrauliche Mitteilungen und hat der Mitteilende oder der Empfänger der Mitteilung
an ihr ein berechtigtes Interesse, so ist die Handlung nur dann unlauter, wenn die Tatsachen
der Wahrheit zuwider behauptet oder verbreitet wurden;
9. Waren oder Dienstleistungen anbietet, die eine Nachahmung der Waren oder Dienstleistungen
eines Mitbewerbers sind, wenn er
a) eine vermeidbare Täuschung der Abnehmer über die betriebliche Herkunft herbeiführt,
b) die Wertschätzung der nachgeahmten Ware oder Dienstleistung unangemessen
ausnutzt oder beeinträchtigt oder
c) die für die Nachahmung erforderlichen Kenntnisse oder Unterlagen unredlich erlangt
hat;
10. Mitbewerber gezielt behindert;
11. einer gesetzlichen Vorschrift zuwiderhandelt, die auch dazu bestimmt ist, im Interesse
der Marktteilnehmer das Marktverhalten zu regeln.
§ 5 Irreführende Werbung
(1) Unlauter im Sinne von § 3 handelt, wer irreführend wirbt.
(2) Bei der Beurteilung der Frage, ob eine Werbung irreführend ist, sind alle ihre Bestandteile
zu berücksichtigen, insbesondere in ihr enthaltene Angaben über
1. die Merkmale der Waren oder Dienstleistungen wie Verfügbarkeit, Art, Ausführung,
Zusammensetzung, Verfahren und Zeitpunkt der Herstellung oder Erbringung, die
Zwecktauglichkeit, Verwendungsmöglichkeit, Menge, Beschaffenheit, die geographische
oder betriebliche Herkunft oder die von der Verwendung zu erwartenden Ergebnisse
oder die Ergebnisse und wesentlichen Bestandteile von Tests der Waren oder
Dienstleistungen;
2. den Anlass des Verkaufs und den Preis oder die Art und Weise, in der er berechnet
wird, und die Bedingungen, unter denen die Waren geliefert oder die Dienstleistungen
erbracht werden;
3. die geschäftlichen Verhältnisse, insbesondere die Art, die Eigenschaften und die
Rechte des Werbenden, wie seine Identität und sein Vermögen, seine geistigen Eigentumsrechte,
seine Befähigung oder seine Auszeichnungen oder Ehrungen.
Bei der Beurteilung, ob das Verschweigen einer Tatsache irreführend ist, sind insbesondere
deren Bedeutung für die Entscheidung zum Vertragsschluss nach der Verkehrsauffassung
sowie die Eignung des Verschweigens zur Beeinflussung der Entscheidung zu
berücksichtigen.
(3) Angaben im Sinne von Absatz 2 sind auch Angaben im Rahmen vergleichender Werbung
sowie bildliche Darstellungen und sonstige Veranstaltungen, die darauf zielen und
geeignet sind, solche Angaben zu ersetzen.
(4) Es wird vermutet, dass es irreführend ist, mit der Herabsetzung eines Preises zu werben,
sofern der Preis nur für eine unangemessen kurze Zeit gefordert worden ist. Ist streitig,
ob und in welchem Zeitraum der Preis gefordert worden ist, so trifft die Beweislast denjenigen,
der mit der Preisherabsetzung geworben hat.
(5) Es ist irreführend, für eine Ware zu werben, die unter Berücksichtigung der Art der Ware
sowie der Gestaltung und Verbreitung der Werbung nicht in angemessener Menge zur
Befriedigung der zu erwartenden Nachfrage vorgehalten ist. Angemessen ist im Regelfall
ein Vorrat für zwei Tage, es sei denn, der Unternehmer weist Gründe nach, die eine geringere
Bevorratung rechtfertigen. Satz 1 gilt entsprechend für die Werbung für eine
Dienstleistung.
§ 6 Vergleichende Werbung
(1) Vergleichende Werbung ist jede Werbung, die unmittelbar oder mittelbar einen Mitbewerber
oder die von einem Mitbewerber angebotenen Waren oder Dienstleistungen erkennbar
macht.
(2) Unlauter im Sinne von § 3 handelt, wer vergleichend wirbt, wenn der Vergleich
1. sich nicht auf Waren oder Dienstleistungen für den gleichen Bedarf oder dieselbe
Zweckbestimmung bezieht,
2. nicht objektiv auf eine oder mehrere wesentliche, relevante, nachprüfbare und typische
Eigenschaften oder den Preis dieser Waren oder Dienstleistungen bezogen ist,
3. im geschäftlichen Verkehr zu Verwechslungen zwischen dem Werbenden und einem
Mitbewerber oder zwischen den von diesen angebotenen Waren oder Dienstleistungen
oder den von ihnen verwendeten Kennzeichen führt,
4. die Wertschätzung des von einem Mitbewerber verwendeten Kennzeichens in unlauterer
Weise ausnutzt oder beeinträchtigt,
5. die Waren, Dienstleistungen, Tätigkeiten oder persönlichen oder geschäftlichen Verhältnisse
eines Mitbewerbers herabsetzt oder verunglimpft oder
6. eine Ware oder Dienstleistung als Imitation oder Nachahmung einer unter einem geschützten
Kennzeichen vertriebenen Ware oder Dienstleistung darstellt.
§ 8 Beseitigung und Unterlassung
(1) Wer dem § 3 zuwiderhandelt, kann auf Beseitigung und bei Wiederholungsgefahr auf
Unterlassung in Anspruch genommen werden. Der Anspruch auf Unterlassung besteht
bereits dann, wenn eine Zuwiderhandlung droht.
(2) Werden die Zuwiderhandlungen in einem Unternehmen von einem Mitarbeiter oder Beauftragten
begangen, so sind der Unterlassungsanspruch und der Beseitigungsanspruch
auch gegen den Inhaber des Unternehmens begründet.
(3) Die Ansprüche aus Absatz 1 stehen zu:
1. jedem Mitbewerber;
2. rechtsfähigen Verbänden zur Förderung gewerblicher oder selbständiger beruflicher
Interessen, soweit ihnen eine erhebliche Zahl von Unternehmern angehört, die Waren
oder Dienstleistungen gleicher oder verwandter Art auf demselben Markt vertreiben,
soweit sie insbesondere nach ihrer personellen, sachlichen und finanziellen
Ausstattung imstande sind, ihre satzungsmäßigen Aufgaben der Verfolgung gewerblicher
oder selbständiger beruflicher Interessen tatsächlich wahrzunehmen und soweit
die Zuwiderhandlung die Interessen ihrer Mitglieder berührt;
3. qualifizierten Einrichtungen, die nachweisen, dass sie in die Liste qualifizierter Einrichtungen
nach § 4 des Unterlassungsklagengesetzes oder in dem Verzeichnis der
Kommission der Europäischen Gemeinschaften nach Artikel 4 der Richtlinie
98/27/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 1998 über Unterlassungsklagen
zum Schutz der Verbraucherinteressen (ABl. EG Nr. L 166 S. 51)
eingetragen sind;
4. den Industrie- und Handelskammern oder den Handwerkskammern.
§ 9 Schadensersatz
Wer dem § 3 vorsätzlich oder fahrlässig zuwiderhandelt, ist den Mitbewerbern zum Ersatz
des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Gegen verantwortliche Personen von periodischen
Druckschriften kann der Anspruch auf Schadensersatz nur bei einer vorsätzlichen
Zuwiderhandlung geltend gemacht werden.
§ 11 Verjährung
(1) Die Ansprüche aus den §§ 8, 9 und 12 Abs. 1 Satz 2 verjähren in sechs Monaten.
(2) Die Verjährungsfrist beginnt, wenn
1. der Anspruch entstanden ist und
2. der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des
Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.
(3) Schadensersatzansprüche verjähren ohne Rücksicht auf die Kenntnis oder grob fahrlässige
Unkenntnis in zehn Jahren von ihrer Entstehung, spätestens in 30 Jahren von der
den Schaden auslösenden Handlung an.
(4) Andere Ansprüche verjähren ohne Rücksicht auf die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in drei Jahren von der Entstehung an.
 
Für die Mitglieder des PSHP-Verbandes gelten: die Satzung und Ethik (im PDF-Dokument auf der Seite "Mitglied werden") und die Standesordnung sowie Berufsordnung des PSHP-Verbandes, die auf dieser Seite wiedergegeben sind.

 

 

 

 

 

 

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